Was ist der WAI?
Der Work Ability Index (WAI/auch „Arbeitsfähigkeitsindex“ oder „Arbeitsbewältigungsindex“ genannt) ermittelt einen statistischen Wert der individuellen Arbeitsfähigkeit.
Das moderne Konzept der Arbeitsfähigkeit setzt sich aus individuellen Ressourcen und aus den Charakteristika der Arbeit zusammen. "Arbeitsfähigkeit" umschreibt, inwieweit ein/e ArbeitsnehmerIn in der Lage ist, seine/ihre Arbeit angesichts der Arbeitsanforderungen, Gesundheit und mentalen Ressourcen zu erfüllen.
Zwei Komponenten bestimmen die Arbeitsfähigkeit:
- Die individuellen Ressourcen der ArbeitnehmerInnen (körperliche, mentale, soziale Fähigkeiten, Gesundheit, Kompetenz, Werte, Motivation) sowie
- Die Arbeit (Arbeitsinhalt, Arbeitsorganisation, soziales Arbeitsumfeld, Führung).
Ein WAI-Wert steht immer für das Ausmaß der Übereinstimmung dieser beiden Komponenten.
Der WAI wurde vom FIOH - Finnish Institute of Occupational Health, Helsinki, entwickelt, welches auch das Copyright hält.
Einfache Anwendung
Der Work Ability Index wird mit Hilfe eines Fragebogens ermittelt, der entweder von den Befragten selbst oder in Interviewform mit ExperteInnen, z.B. ArbeitsmedizinerInnen ausgefüllt wird.
Der WAI besteht aus 7 Dimensionen
WAI 1: Derzeitige Arbeitsfähigkeit im Vergleich zu der besten je erreichten
Arbeitsfähigkeit
WAI 2: Derzeitige Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die körperlichen und psychischen
Arbeitsanforderungen
WAI 3: Anzahl der aktuellen, vom Arzt diagnostizierten Krankheiten
WAI 4: Ausmaß von Arbeitseinschränkungen aufgrund von Erkrankungen oder
Verletzungen
WAI 5: Krankenstand in den letzten 12 Monaten
WAI 6: Eigene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in den nächsten 2 Jahren
WAI 7: Mentale Leistungsressourcen
Ergebnis
Ergebnis der Befragung ist ein WAI-Wert, der zwischen 7 („keine Arbeitsfähigkeit“) und 49 („maximale Arbeitsfähigkeit“) liegt.
Ein niedriger WAI-Wert zeigt, dass ein Missverhältnis zwischen betrieblichen Anforderungen und individuellen Bedingungen steht.
Bei einem hohen WAI-Wert stehen diese im Einklang.
Die Validierung des WAI in einer Stichprobe von über Hunderttausenden Arbeitnehmern über 50 Jahre in Finnland zeigte, dass MitarbeiterInnen mit einer „niederen“ Arbeitsbewältigung zu 38% innerhalb der folgenden 5 Jahre invalide werden und Frühpensionierung in Anspruch nehmen müssen. Im Gegensatz dazu passierte dies nur 1 % der MitarbeiterInnen mit „hoher“ Arbeitsbewältigung.